hat am 8. September 23 in Amstetten von Jochen Fallmann übernommen. Er coachte dort in seiner ersten Saison eigentlich drei Teams - den Kader vom Saisonbeginn, den mit einigen Herbst-Verpflichtungen (u. a. Daniel Owusu) und den mit acht Zugängen im Winter.
Resultat: Eine absolute Chaos-Saison mit größtenteils untauglichen Kickern und der letzte Platz. Ein Mangel an Aufsteigern ließ Amstetten in der Liga bleiben.
24/25 dann ein anderes Bild, Amstetten verpflichtete Thomas Gebauer als Sportmanager und der hatte schon mehr Plan. Die Mannschaft von heuer zeichnete sich schon ab, acht standen heuer noch im Kader. Ausgeglichenes Punkteverhältnis, sicherer Mittelfeld-Platz.
Heuer dann lange eine starke Saison, sogar mit Meisterchancen. Erst gegen Ende war die Luft raus, zeitgleich mit der Ankündigung, um keine Lizenz anzusuchen. Das kann aber keinen im Verein überrascht haben.
Enengl fand in seiner zweiten Saison - in der ersten experimentierte er bei Formation und Aufstellung viel - seine Grundformation, ein 3-4-3, was er heuer völlig durchzog. Wie Kleer eigentlich kein Mann der 1000 Systeme, vertraut auf Bewährtes. Auch wie Kleer kaum mit großen Umstellungen von Spiel zu Spiel, hatte natürlich auch nicht viel Alternativen im Kader. Gegen Schluss - auch wie bei der Vienna - auch viele Jugendspieler eingesetzt.
Würde sein Team als sehr kantig und zweikampfstark einschätzen. Man setzt gerne auf zweite Bälle und Standards, die waren immer gefährlich. Unter Peham waren Flanken natürlich ein probates Mittel. Ein gegnerischer Coach bezeichnete das als versuchtes Erzeugen von Chaos...
Hinten drei Kanten, für dier er vier Spieler (Deinhofer, Wimhofer, Pertlwieser und Offenthaler, der früher auch auf der Sechs gespielt hat) zur Verfügung hatte. Deinhofer am ehesten Ersatz, Pertlwieser der einzige Linksfuß. Kantig und kopfballstark, sorgen auch bei offensiven Standards für Gefahr.
Davor zwei Secher/Achter, Eisschiel und Wimmer. Wimmer der etwas offensivere, auch mit gutem Schuss. Beide aber eher zur Absicherung. Die Offensive kam vor allem über rechts durch Köchl, ein echter Wingback. Links sicherte Gragger eher ab.
Vorne wird es interessant - im Zentrum der altbekannte David Peham, der in Amstetten wieder funktionierte. Man könnte jetzt meinen, so ein Sturmtank machte es ihm leicht und Enengl braucht einen Spieler wie ihn. Aber die Saison zuvor spielte dort Weixelbraun, bei Rapid zum LV umgewandelt, eigentlich ein technisch starker Mann, mit Peham überhaupt nicht zu vergleichen.
Über rechts invers Mayer, in der Abwehr und im MF war das weniger gefragt. Links vorne heuer Conateh. In beiden Saisonen echte drei Stürmer, aber mit völlig verschiedenen Charakteristiken. Heuer Mayer (Dribbler), Conateh (Speedster) und Peham.
Austäusche meist positionsgemäß, einzig bei Führungen noch ein zusätzlicher Defensivspieler und die Flügelspieler natürlich mehr nach hinten orientiert.
All diese Namen (bis auf Peham) sagen dem Vienna-Fan natürlich nichts, aber eines ist klar: Eine teuere Prominentenelf hatte er sicher nicht zur Verfügung. Gebauer holte Spieler aus dem Ausland (Conateh, Goalie Estevao), aus den Regionalligen (Wimhofer, Eisschiel, Pertlwieser), lediglich Steiger und Davies (dauerverletzt) aus der Liga. Enengl holte aus diesem Aufgebot sicher das Maximum heraus, hatte auch lange Glück, dass wenig Verletzungen auftraten.
Schwer abzuschätzen, wie er mit einem größeren und teureren Kader umgehen würde, aber das sollte nach den Erfahrungen aus dem letzten Sommer auf der Hohen Warte eh kein Thema sein.
Habe Amstetten nicht ungern zugesehen, da sie doch nach vorne spielen wollten und körperlich dagegenhielten. Enengl selbst kam durchaus sympathisch rüber, keine großen Auf und Abs zwischen Siegen und Niederlagen. Hat sicher gutes Auftreten, aber philosophiert nicht so abgehoben wie andere Jungtrainer.
Kader muss aber anders zusammengestellt werden als unter Kleer - es braucht mindestens vier IV, die wären ja mit Bauer, Szerencsi, Gantschnig und Pistrol ja auch da für drei Positionen. Wenn Pistrol geht, würde ein Linksfuß fehlen.
Im MF - sieht man Nnamdi und Rosenberger als Wingbacks an oder holt man noch jemanden (sowohl Enengl als auch Elsneg kennen Köchl, der auch ein Weitwerfer und Standard-Schütze wäre)?
6/8 Prohart? Stratznig? Luxbacher (dessen Tage als Offensivkraft sollten gezählt sein)? Oder kommt noch ein kopfballstärkerer Spieler als diese drei?
Vorne? Zimmermann gesetzt in der Mitte? Außen dann Spieler, die ihn füttern sollen oder Spieler, die selbst abschließen können?
Unter Kleer hätte es noch offensive MF-Spieler gebraucht (vor allem zentral, aber auch außen) - unter Enengl wohl eher Spieler für ganz vorne oder neue Wingbacks.
Wird interessant werden, wie schnell die Umstellung gelingt, Dreier-/Fünferkette wurde aber ja unter Kleer schon zuletzt auch geprobt... |