Offener Brief an die Vienna Family (Public)

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verfasst von WND E-Mail, 03.05.2012, 20:32

Offener Brief an die Vienna Family


Wir, die Vienna Wanderers, möchten diesen Weg nutzen um uns in die momentane Diskussion, über die Geschehnisse während der letzten Auswärtsfahrt nach Linz, einzubringen. Um eines vorneweg klarzustellen: dies soll keinesfalls ein Versuch sein einzelne Personen öffentlich an den Pranger zu stellen, oder zu diffamieren. Wir halten es jedoch für wichtig und richtig, dass über die Konsequenzen dieser Fahrt offen diskutiert wird und sehen dieses Schreiben als unseren ersten Beitrag dazu.

Hintergrund der bereits laufenden Diskussion ist das Verhalten und Auftreten einiger Vienna-Fans im Auswärtsbus. Vorab deshalb eine kurze Schilderung der Ereignisse:

Nach einer durchaus angenehmen Anreise nach Linz kam es während des Spiels gegen den LASK zu mehreren Aufforderungen, meist durch junge LASK-Ultras, sich nach dem Spiel für eine direkte Konfrontation abzusprechen. Diese wurden – zumindest von unserer Gruppe – amüsiert abgelehnt. Nach vereinzelten Provokationsversuchen durch eben jene Jugendlichen war ein erstes, aggressiveres Auftreten einiger älterer Vienna-Anhänger bemerkbar, blieb aber vorerst ohne wirkliche Folgen. Bei der Abreise vom Stadion kam es, während unser Bus im Stau stand, zu weiteren offenen Provokationen durch kleinere Gruppen von LASK-Fans, die die Gemüter weiter erhitzten – wobei auch Teile unserer Gruppe darauf wenig friedliebend reagierten. Der Busfahrer weigerte sich jedoch mehrmaligen Aufforderungen die Türen zu öffnen nachzukommen und so wurde die Fahrt, trotz der spürbar aggressiven Stimmung einiger Personen, ohne weitere Zwischenfälle bis zum planmäßigen Halt an einer Raststätte fortgesetzt.
An der Raststätte kam es Seitens jener Personen, die gerne eine direkte Konfrontation mit den LASKern gesehen hätten, zu ersten Pöbeleien gegen „die Jungen/die Linken“ usw. und es wurde eine Bierdose in Richtung einiger, als AntifaschistInnen erkennbarer, Fans geworfen. Wieder im Bus erhitzten sich die Gemüter dieser 5-6 Personen noch weiter und es kam zu Beschimpfungen gegen einzelne Mitreisende und homophoben Gesängen („Der vordere Teil vom Bus ist homosexuell“). Kurze Zeit später begann eine Person aus eben jener Runde mehrmals mit ausgestrecktem rechtem Arm nach vorne zu „grüßen“ während andere gegen „Linke“ und „Zecken“ wetterten. Die Stimmung blieb äußerst aggressiv und es war nicht möglich jenen Personenkreis einzubremsen, ohne dabei eine gewaltsame Auseinandersetzung fürchten zu müssen.

Die Frage, die sich nun stellt, ist die nach den Konsequenzen dieses Verhaltens. Ohne genauer darauf einzugehen kann festgehalten werden, dass besagte Personen alle derselben, losen Gruppierung zuzurechnen sind, nur selten an Auswärtsfahrten teilnehmen und nicht das erste Mal durch rassistisches und homophobes Verhalten aufgefallen sind. Wir als Gruppe fänden es sinnvoll auch mit anderen Fangruppen darüber zu diskutieren, wie die Vienna Family gemeinsam mit dieser Geschichte umgehen soll. Deshalb würden wir es begrüßen, wenn ein Treffen mit anderen Vienna-Fans zustande käme, an dem die Diskussion persönlich weiter geführt und gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann! Wir würden deshalb – beim nächsten Heimspiel gegen den WAC am Freitag – gerne das Gespräch mit anderen Supporter-Gruppen und interessierten Fans suchen um zumindest einen Termin vereinbaren zu können.


In dem Sinne: „Let´s keep our terraces tidy!“


Vienna Wanderers ´08


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