Fette Woche (Public)

verfasst von ferdl(R), 31.03.2011, 16:49

» » Aber eine Antwort bist du mir trotzdem immer noch schuldig. Aber da ich
» » weiß dass sie dir sehr schwer fällt, sei sie dir erlassen :wink:
»
» Nett von Dir, aber dieses aus dem Zusammenhang reissende Wortgeklaube
» hätte ich Dir auch nicht beantwortet... :wink:

Heißt es nicht: "Hauptsache wir haben's lustig!" Also bitte, das ist's in diesem Thread gar nicht.
Ich habe Verständnis dafür, dass es dem einen oder anderen sauer aufstößt, wenn nach einer derart schmerzlichen Niederlage die Anhänger der Sieger trutzig feiern. Was allerdings auch mitschwingt ist ein: "Noch dazu mitten unter uns!" Und dieses "uns" wirkt noch exkludierend. Da darf man schon fragen: "Wo denn sonst?" Sie leben ja hier.
Implizit wird unterstellt, dass alles andere als sich in Demut still und innerlich zu freuen eine Provokation sei. Da bahnen sich dann negative und durch Stereotype befeuerte Gefühle ihren Weg ins Freie und finden Niederschlag u.a. im Viennaforum.
Daher ein Vorschlag zur Güte: Ein aus Tirol oder der Steiermark nach Wien Zugewanderter hat ja keinen inneren Loyalitätskonflikt, wenn Österreich gegen die Türkei spielt. Daher brauchen wir zuerst einmal einen anderen Blickwinkel. Überlege dir bitte, wie es einem oft angefeindeten und von oben herab behandelten Türken (ist jetzt Platzhalter für wen auch immer, der aus einem Land südlich oder östlich unsere Grenzen kommt) geht. Er wird klarerweise eher für die Türkei sein als ein Land, in dem im vielfach bedeutet wird, nicht willkommen zu sein, obwohl er vielleicht schon sein ganzes Leben hier verbracht hat. Da wirkt dann so ein Sieg befreiend, da er den Spieß wenigstens für 90 Minuten und die Zeit der Feiern danach umdreht. Mindestens solange ein Durchschnittswiener in hier lebenden Türken fast grundsätzlich "minderwertige" Anatolier sieht und ihm oben genannte Attribute zuschreibt (auch im erfolgreich intergrierter Geschäftsmann in zweiter, dritter Generation), solange sollten wir ihnen diese kurze Freude von Herzen gönnen. Sie verpufft ohnehin viel zu schnell und es kehrt rasch wieder der von Anfeindungen und Benachteiligungen geprägte Alltag ein.
Zwischenzeitlich solten wir daran arbeiten, dass sich das gegenseitige Verständnis erhöht. "De woi man ned," ist zu wenig. Sie sind schließlich da (und es werden neue kommen müssen, denn sonst sterben wir hier langsam aus). Es gilt die Integration zu fördern und nicht durch Ablehnung und Anfeindung zu erschweren. Sie sollte aber auch eingemahnt werden, ohne dass die betreffenden Türken (wieder als Platzhalter) ihre Wurzeln verleugnen müssen. Für mich ist Vielfalt bereichernd und nicht Gefahr.


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