der feind im eigenen boot (Public)

verfasst von ich(R) Homepage E-Mail, Kaumberg, 14.02.2011, 14:47

» - Wenn die IG das Ziel und die Macht hätte, eine Umwidmung des gesamten
» Geländes der HW zu erwirken, warum hat sie das dann nicht schon vor Jahren
» gemacht?

Vielleicht weil Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde?

Die Gemeinde Wien hatte ein (großes und wertvolles) Grundstück an die Vienna verpachtet, das als Sportstätte gewidmet war. Aus diesem Grundstück Bauland zu machen, die Vienna auszuquartieren, die Hohe Warte niederzureißen und dort einen Mittelklasse-Slum zu errichten, wäre für die Gemeinde politisch nicht zum derheben gewesen.

Also hat man sich durch ein eher kompliziertes Dreiecksgeschäft von diesem Klotz am Bein befreit. Die Vienna verzichtete zugunsten der IG Immobilien auf ihre Pachtrechte - unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde Wien das Grundstück zu einem Spottpreis an die IG verpachtet (nachdem ein Teil zu Bauland umgewidmet wurde) - wouzu die Gemeinde wiederum nur unter der Voraussetzung bereit war, dass die IG sich mit der Vienna als zukünftigem Subpächter über die Benützung der Sportstätte einigt - was in einem teilweise öffentlichen, teilweise geheimen (Sideletters!) Vetragswerk geschah.

Fürs Zustandekommen dieses Geschäftes waren auf Seiten des eigentlichen Nutznießers, nämlich der IG Immobilien, jahrelange Vorarbeiten nötig - mit allem was zur Anbahnung so eines Geschäftes dazugehört (bitte kreative Phantasie benutzen!). Dass, wie dann und wann zu hören und zu lesen ist, verantwortliche Personen auf allen Seiten dabei ansehnliche Zuwendungen lukriert haben sollen, ist allerdings eine zu 100% unbewiesene Behauptung und selbstverständlich gilt für alle Beteiligten die - no na - Unschuldsvermutung!

Dass bei dieser Gelegenheit die längst sturmreife Vienna zu 100% von Mitarbeitern der IG Immobilien übernommen werden konnte, war für diejenigen Personen, die sich schon immer einmal als Fußballmäzene profilieren wollten, eine willkommene Nebensache. Vom zum Betrieb dieses Vereins nötigen Geld musste sich die IG - es war ja als Bestandteil der Geschäftsanbahnungskosten zu sehen - ohnehin verabschieden. So bekam man zum Profit auch noch gratis jede Menge Spaß und dass ein Fußballverein bei so mancher Finanztransaktion ein durchaus hilfreiches Werkzeug sein kann, darüber könnte man in den stenographischen Protokollen des österreichischen Nationalrates nachlesen.

Aber zurück zum Grundstück Hohe Warte. Wie vielleicht bekannt sein dürfte, wurde im vergangenen Sommer ruchbar, dass die Vienna inzwischen auf ein weiteres Stück ihrer Sportanlage verzichtet haben dürfte, welches in weiterer Folge auch gleich verbaut werden sollte. Zufällig war es genau jenes Stück, welches vom seinerzeitigen Vienna-Vize (einem treuen und braven IG-Mann) mit leuchtenden Augen als "unser größtes Asset" bezeichnet wurde (ich glaube, damals wollte man ein Hotel mit Aussichtsrestaurant dorthin bauen).

Warum es am Ende doch nicht zur weiteren Verbauung kam, ist im Detail leider nicht bekannt. Allgemein hieß es, die SPÖ Wien traue sich vor der Wahl nicht drüber...

Fakt ist auf jeden Fall, dass die Vienna gegenüber ihrem Verpächter bereits auf ein weiteres Stück ihrer Sportstätte verzichtet hat - und das offenbar, ohne sich dies von ihren Mitgliedern absegnen zu lassen.

Und nun, lieber Lelo, erklärst du uns, warum in aller Welt dies das letzte Mal gewesen sein soll? Weil man von einer Salami immer nur eine einzige Scheibe abschneidet?

PS: Auf allfällige Anfragen rücke ich selbstverständlich, wenn auch zähneknirschend, meine IP-Adresse heraus.

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Öha


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