befremdliches (Public)

verfasst von ich(R) Homepage E-Mail, Kaumberg, 26.10.2011, 11:41

» » Die Bezeichnung "Jud" traut sich ja seit 60 Jahren
» » keiner mehr verwenden, obwohl sie streng genommen gar nicht abwertend
» » wäre.
»
» Mitnichten: als ich vor 30 Jahren begonnen habe, bei den "Knaben" - damals
» hieß die U 10 so - zu spielen, war ein Schuß mit dem Spitz ein
» "Jud"...immer in einem sehr abfälligen Ton.

Das Wort "Jud" wird vom Wiener bekanntlich auch gerne für schlecht brennende Zigaretten, Wimmerln, einen Bestandteil des weiblichen Geschlechtsapparates und weiß Gott was noch alles verwendet. Und damit sind wir bei einer der vielen Facetten dieser problematischen Geschichte. Das Problem sind nicht Worte, sondern Gesinnungen. "Jud" ist natürlich kein Schimpfwort und wird beispielsweise von Juden auch völlig bedenkenlos in genau dem Sinn verwendet, den es hat. Zu glauben, dass sich Gesinnungen ändern, wenn Worte aus dem Verkehr gezogen werden ist schon sehr, sehr, sagen wir blauäugig und jeder hat doch schon mehr als einmal erlebt, was es Leuten mit rassistischer Gesinnung für ein Gaudium bereitet, das Wort "Neger" - nicht zu verwenden.

So habe ich habe einmal mit ziemlich ungläubigem Staunen einem katholischen Fundamentalisten zugehört, der in einer Fernsehdiskussion einem der Teilnehmer, der sich des Wortes "Jude" bedient hatte, grinsend erklärte, bei "Jude" handle es sich um ein Schimpfwort, weswegen es natürlich "unser Mitbürger mosaischen Glaubensbekenntnisses" zu heißen habe...

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Öha


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